Urselreuth

Urselreuth ist eine Marktgemeinde im oberfränkischen Landkreis Kronach und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Urselreuth-Eidt, zu der auch die Gemeinden Wilms, Schober und Scharfenberg gehören. Urselreuth ist die Geburtsstadt von Karl Doser d.Ä. und verfügt mit der Burg Eidt über eine der besterhaltendsten mittelalterlichen Burgen Deutschlands. Das Ortsbild wird vom fast gänzlich erhaltenen Dorfkern mit Fachwerkhäusern, Marktplatz, mittelalterlicher Sandsteinbrücke über die Wilde Eidt und Gewölbekellern geprägt. Urselreuth liegt an der Burgenstraße und kam mit dem Bau der Eisenbahn Ende des 19. Jahrhunderts zu voller Blüte.

Wappen

Deutschlandkarte


Ursprung und Zeitzeuge von Urselreuths längst vergangener wirtschaftlicher Blüte, das 1887 eingeweihte Bahnhofsgebäude am nördlichen Ortsrand, eingebettet in das von mächtigen Schieferfelsen umrahmte Tal der Wilden Eidt.

Basisdaten

Bundesland:

Bayern

Regierungsbezirk:

Oberfranken

Landkreis:

Kronach

Höhe:

347 m ü. NN

Fläche:

9 km² (ohne Eingemeindungen)

Einwohner:

1.982 (31. Dez. 2007)

Bevölkerungsdichte:

220 Einwohner je km²

Postleitzahl:

96312

Vorwahl:

09261

Kfz-Kennzeichen:

KC

Gemeindeschlüssel:

09 4 76 148

Adresse der Gemeindeverwaltung:

Marktplatz 6, 96261 Urselreuth

Bürgermeister:

Alfons Doser (CSU)

Geographie
Urselreuth liegt zwischen Hof und Plauen. Die Ortschaft liegt am Fuße des 
Frankenwaldes, wo die Flüsse Wilde Eidt, Dikkus und Rodach zusammenfließen.


Aus den Anfangsjahren des Bahnverkehrs  in Urselreuth, undatierte Aufnahme um 1890.


Wildromatisches Tal der Eidt mit heute noch aktiver Nebenbahnstrecke der Franken Schnellweg Bahnen GmbH als nördliche Gemarkungsgrenze von Urselreuth.


Schon an der Autobahn wird auf die Sehenswürdigkeit der Burg Eidt hingewiesen.

Geschichte
Im Jahr 1014 wurde Urselreuth als „Ursus Roda“ erstmals urkundlich erwähnt. Kaiser Heinrich V. schenkte Urselreuth mit Umland 1124 dem Bistum Bamberg, das bis 1803 die Herrschaft über den Ort behielt. Zwischen der Reformationszeit (ab 1520) und dem Westfälischen Frieden von 1648 stand Urselreuth ständig im Spannungsfeld zwischen dem katholischen Erzbistum Bamberg und dem protestantischen Sachsen. Infolge dieser Grenzlage wurde das Dorf mit erweiterten Privilegien wie dem Marktrecht ausgestattet und die Burg Eidt mehrfach erweitert und verstärkt.

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Urselreuth in den Jahren 1632 bis 1634 mehrfach von einer großen Überzahl von Schweden belagert. Durch den wehrhaften Stadtaufbau und das beherzte Eingreifen der Bürger unter der tapferen Führung des Hauptfeldwebels D. Jürgensen wurden diese Angriffe jedes Mal abgewehrt. Noch heute erinnert eine jährliche Schwedenprozession an diese Ereignisse. Im Jahre 1759 lagerten die feindlichen Preußen entlang des Günneberges, wobei es wohl zu keinen Kampfhandlungen kam. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurde Urselreuth vom Bistum Bamberg an Bayern übertragen. Napoléon Bonaparte hielt 1806 sein Feldlager im Tal nördlich des Ortes, wo später der Bahnhof errichtet wurde, und startete von hier aus den Angriff auf Preußen.

Den Zweiten Weltkrieg überstand Urselreuth relativ unbeschädigt und wurde im April 1945 von den Amerikanern besetzt. Die Nachkriegszeit war durch die Nähe zur Innerdeutschen Grenze sowie die Integration einer großen Zahl von Heimatvertriebenen geprägt.

Die Landesgartenschau im nahe gelegenen Kronach 2002 hatte auch für Urselreuth positive Effekte, da der gesamte Ortskern mit Zuschüssen des Freistaats Bayern aufgewertet wurde und im Vorfeld dieser Veranstaltung eine Sanierung von Bau- und Umweltsünden der zurückliegenden Jahrzehnte ermöglichte.

Negativ kam Urselreuth Ende 2008 durch einen Bau- und Korruptionsskandal sowie Anfang 2009 durch einen Umweltskandal in die Schlagzeilen, als im stillgelegten Lokschuppen des Bahnhofsbereiches Fässer mit giftigem Inhalt unbekannter Herkunft entdeckt wurden.

Politik
Erster Bürgermeister ist Alfons Doser (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Fritz Doser, der über vier Jahrzehnte die Geschicke des Ortes gelenkt hatte.

Im Rahmen der Flurbereingung wurden in den 1960er Jahren auch die bis dahin selbständigen Nachbarorte Wilms, Schober und Scharfenberg eingemeindet, was bis heute zu Spannungen führt, die sich u.a. dadurch äußern, daß jeder Ortsteil weiterhin auf einen eigenen Bürgermeister besteht.


Alfons D. (Urselreuth)


Björn S.
(Schober)


Jürgen W.
(Wilms)

Wirtschaft und Infrastruktur
Das bedeutendste Industrieunternehmen in Urselreuth ist mit etwa 230 Beschäftigten die Adolf Doser Metallwaren KG, die im Januar 1945 ihre Kriegsproduktion von Schweinfurt zunächst in die Kellergewölbe der ca 2 km östlich von Urselreuth gelegenen Burg Eidt verlagerte, um später ihren Hauptsitz ganz in den Ort zu verlegen. Weitere, allerdings nur regional agierende Unternehmen sind der Landmaschinenhandel Franz Doser, die Besenmanufaktur Erwin Doser & Söhne, die Porzellanfabrik Agnes Doser & Nachfahren sowie der Möbelhersteller KDD (Kurt Doser Design). Das erst Ende 2008 angesiedelte Einbauküchen-Werk Michael Doleschel hat wegen Differenzen mit dem ortsansäßigen Holzgroßhändler Alois Doser seinen Betrieb noch immer nicht aufgenommen.

Verkehr
Urselreuth liegt an einer Kreuzung der Bundesstraßen B 85 und B 173. Außerdem führt die Bundesautobahn A 72 auf 3,7 km Länge über Urselreuther Gemarkung.

Die Frankenwaldbahn (Saalfeld-Bamberg) und die Frankenschnellwegbahnen führen durch den Bahnhof am Ortsrand. Fernverkehrszüge halten hier jedoch nicht. Desweiteren verfügt Urselreuth über einen eigenen Segelflugplatz, betreut durch die in Fachkreisen bundesweit bekannte Flugsportgruppe "Kai Eichstädt Aerosport e.V."

Durch Urselreuth führt die in west-östlicher Richtung von Mannheim nach Prag verlaufende Burgenstraße.


Die A 72 überquert bei Urselreuth den Fluß "Wilde Eidt" sowie die Bahnstrecke Coburg-Hof.

Bahnhof

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Lokschuppen / Laderampe

 

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Jagdhütte


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