Technik
Bau Elenastein (1)

Falls Sie es wirklich noch nicht gemerkt haben sollten, alle Bilder dieser Homepage, die Loks oder Waggons zeigen, sind Aufnahmen unserer Modellbahn in Spur-N, also Maßstab 1:160. Hier nun einige Bildergeschichten vom Bau der Modellwelt..... [über rechte "Maustaste - Grafik anzeigen" können Sie manche Bilder vergrößert betrachten]

Diese "Rollen-Lassen-Anlage" baute ich von Januar bis Oktober 2007, anfangs recht zügig, im Sommer dann nur noch sporadisch.
Die Ziele waren: (1) Innerhalb überschaubarer Zeit eine Anlage fertigzustellen (2) Die Anlage nicht zu überfrachten mit Gleisen und Gebäuden, sondern freie Strecke zum Rollen-Lassen langer Züge zu schaffen (3) Die Anlage transportabel zu bauen, so daß sie zu Ausstellungen und Treffs mitgenommen werden kann (4) Die Anlage sollte als Regal im Gäste-/Bügelzimmer an der Wand montierbar sein, so daß Gästebett und andere Mäbelstücke weiterhin nutzbar bleiben. Alle Ziele wurden erreicht.

"Elenastein" besteht aus drei Segmenten, die jeweils mit 2 Holzdübeln und 2 Schloßschrauben lösbar miteinader verbunden sind. Den Rahmen zimmerte ich aus gehobelten Dachlatten, alles wurde miteinander verleimt und verschraubt (doppelt hält besser :-)). Für die Stirnseiten, wo die Segmente verbunden werden und die Schienen aufeinanderstoßen, wählte ich höherwertiges Holz, nämlich Schichtholz, damit sich dort nichts verzieht. Durch die auf dem Bild zu erkennenden Langlöcher in den Stirnplatten werden später die elektrischen Verbindungskabel geführt. Oben auf den Rahmen leimte und nagelte ich zwei jeweils 4 mm starke Sperrholzplatten, das wird sozusagen "Höhe Null", darauf kommt später die dreidimensionale Landschaft. Daß ich gerade 2 Stück 4 mm Platten verwende anstatt z.B. eine 8 mm Platte, hat keine tiefergehende Bedeutung, sondern liegt einfach daran, daß Josef, einer meiner besten Freunde, mir 100 Stück davon schenkte, war Abfall in seiner Firma.
Hier sind die drei Segmente miteinander verbunden und für einen ersten Fototermin auf den kalten Gartenboden ausgelegt. Schön zu erkennen ist jetzt die Streckenführung, da erübrigt sich ein Gleisplan. Links und rechts sind die Segmente von 30 cm Tiefe auf 50 cm vergrößert, das kann von allen Loks gut durchfahren werden. Hinten sind der Schattenbahnhof mit einem Überhol- bzw Abstellgleis zu sehen, in der Mitte der rechten Hälfte der kleine Bahnhof mit einem Überhol- und einem Stumpfgleis.

Erstmals war ich genötigt, Schienen an den Stoßkanten der Platten "bombenfest" zu fixieren. Bisher hatte ich ja nur in sich geschlossene Anlagen gebaut, da braucht es so was nicht, da gibt es keine eventuell seitlich auf die Schienen wirkende Kräfte. War aber gar nicht so schwer, habe die von den Modulbauern angewandte Technik kopiert: eine kleine Spax unter jede Schiene ins Holz gedreht, mit einer Feile blankgefeilt (damit das Lötzinn haftet), Schiene mit einem normalen Elektronik-Lötkolben angelötet.
 

Das Gleis ist nicht auf der Platte, sondern ca 4,5 cm höher quasi auf Stelzen aus Dachlattenstücken montiert. So kann die Landschaft links und rechts vom Bahndamm auch mal abfallen. Bei Plattenanlagen sieht man oft den Fehler, daß die Gleise immer der tiefste Punkt sind. Hier soll später eine wellige Landschaft geformt werden, wo auch mal eine Unterführung unter den Gleisen möglich ist. Der Hintergrund ist bereits montiert. Zum einen wird er als Himmel bemalt, zum anderen wird er das schützende Dach tragen.     Bild links ohne, Bild rechts mit abnehmbaren Deckel. So kommt man später an eventuell entgleiste Wagen leicht ran.
 

Jetzt wird die erste Landschaft gestaltet. Das Tunnelportal ist gekauft, die Stützmauer aus Hekidur geschnitten. Aus Styroporabfall wird grob vorgeformt, mit Gips überzogen. Ein Schnellzugwagen muß testen, ob auch nichts hängenbleibt. Schnell grüne Abtönfarbe aufgepinselt, wo Gras wachsen soll, schwarzgraue dort, wo Fels sein wird. Auf dem rechten Bild stehen schon die ersten Tannen und es macht sich erstes Grün breit.

Links mal eine Ansicht aus größerer Entfernung. Wald und Himmel als Hintergrund sind noch naß, daher die Wellen im Papier. Beim Hintergrund vermeide ich rechte Winkel, das gibt Schatten und unnatürliche Ecken bei Fotos. Lieber einen Karton zur Ausrundung in die Ecke geklebt.
 

Heute: Wir bauen eine Brücke! Keine Golden Gate Bridge, nein, eine einfache, kleine Feldwegbrücke. Mit der Laubsäge (ja, so was gibt es auch noch im High Tech Zeitalter!) aus Sperrholzabfall die Seitenteile gesägt, aus Hekidur-Platten die Steinmauer ausgeschnitten und gealtert (einfach schwarze Abtönfarbe draufgeschmiert und mit Tuch gleich wieder weggewischt, dunkle Farbe bleibt dann nur in den Ritzen hängen), aus Gips die Zufahrten modeliert. Dann wieder ein Novum für mich: erstmals Gewässer simuliert. Statt des oft von Profis erwähnten Gießharzes verwende ich allerdings billigen Klarlack aus der 750-ml-Dose. Einfach ins Bachbett geträufelt, mit dem Pinsel vor dem Erstarren noch etwas Wellen geformt, fertig! Der anfänglich weiße Lack trocknet glasklar auf. Sieht doch nicht schlecht aus, oder? Das letzte Bild mal aus der Sicht des Trekerfahrers:  5,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht dürften ja wohl sogar für den neuen Schlepper von Schorsch Böhm reichen!
 
Spontanidee: eine Hecke in 5 Minuten!
Man nehme ein Stück Styropor, kratze mit den Fingern die Form einer Hecke zurecht, pinsle großzügig billige Abtönfarbe drüber, schmiere das Ganze mit Holzleim ein, streue Flocken drüber ... fertig!


 

Was ist das links??? Ein Stück Holz aus einer Zigarrenkiste, in das ein klitzekleines Loch gebohrt wurde (damit es nicht reißt), dann ein Nägelchen durchgesteckt. Und was soll das werden? Siehe rechts: ein Fernsprecher! Grau bepinselt (wie immer, billige Abtönfarbe, diesmal Schwarz und Weiß gemischt), am PC ein "F"-Zeichen ausgedruckt und aufgeklebt, oben ein Dächlein aus Plastikabfall aufgeklebt.


 

Um den Deckel am linken Anlagenrand zu kaschieren, wird er als Straßenrand getarnt. Warum? Weil die Sägelinie, die Trennfuge zwischen einem herausnehmbaren und einem fest montierten Teil immer als Vertiefung erkennbar bleibt. Eine Vertiefung mitten in der Wiese würde auffallen, ein kleiner Graben neben der Straße dagegen überhaupt nicht. Deshalb verläuft die Straße auch nicht schnurgerade, sondern sehr kurvig, zur Tarnung der Fuge.
Die Straßenpfosten fertige ich aus abgezwickten Nägelchen, werden mit weißer Emailfarbe gestrichen. In Excel zeichne ich Katzenaugen, gerade Striche klebe ich auf die rechte Straßenseite, zwei Punkte auf die linke. Jetzt denkt der Jaguarfahrer nur noch ans Überholen, nicht an den Rand des Abgrunds, auf dem er gerade fährt, stimmt's?
 

Zum Abschluß des linken Segments kommt der Deckel drauf. Dieser soll drei Funktionen erfüllen:
(1) Schutz der Landschaft (die Anlage hängt im Gästezimmer auf Regalwinkeln an der Wand, darüber sind weitere Regale mit Büchern etc), (2) Erzeugung eines Guckkasten-Effekts, ähnlich dem von Dioramen in Museen, wo man durch eine kleine Öffnung in einen größeren Raum schaut (3) Beleuchtung der Szenerien.

Im ersten Bild ist der Deckel mit aufgemaltem Himmel und eingesetzten Niedervolt-Spot-Strahlern zu sehen. Im zweiten und dritten Bild erstmals das fertiggestellte Segment als Ganzes, zuletzt ein Blick vom Standpunkt der Tunneleinfahrt Richtung freier Bahnstrecke. Von dieser Art der Beleuchtung bin ich allerdings wieder abgekommen, zum einen werden die Spots zu heiß, zum anderen wirkt die mehrfache punktuelle Beleuchtung unrealistisch - oder wo scheint mehr als eine Sonne?

So, das war das erste, das linke Segment, hier geht's nun zum Mittelsegment.