Matthiasberg

 

Matthiasberg ist ein beschaulicher Marktflecken in Oberfranken, zwischen Bamberg und Coburg gelegen. Nach Anbindung an die Eisenbahnhauptstrecke München - Nürnberg - Berlin in der Mitte des 19. Jhds erlebte der kleine Ort seine Blütezeit. Hier wurden Schiebelokomotiven für die Schnellzüge in die Reichshauptstadt zur Bewältigung der Frankenwald-Rampen bereitgehalten, außerdem zweigte eine Nebenbahn zu den waldreichen Höhen und dessen Holzindustrie ab.

Zur ungewöhnlichen Lage und Bauform des für damalige Zeiten prächtigen Bahnhofs sagt das anerkannte Fachforum www.1zu160.com in einem Beitrag vom 13.02.2005:

"...Zur Bahnsteiglänge und massiven Bauweise: der Bahnhof wurde erst 20Jahre nach Inbetriebnahme der doppelgleisigen Strecke in Angriff genommen. Die Bahngesellschaft war nur an der Linie zur Reichshauptstadt interessiert, aber ein Aufsichtsratsmitglied der Königl. Bayrischen Bahn stammt aus dem nahegelegenen kleinen oberfränkischen Ort MATTHIASBERG. Sein Vater war Bürgermeister des an sich völlig unbedeutenden Fleckens und im Landrat in München. Sein Bruder Besitzer der größten Baufirma im Kreis Kronach. Den Rest kannst Du Dir ja jetzt denken, oder? Da MATTHIASBERG selbst gar nicht an der Strecke lag, mußte die nächstgelegene Möglichkeit zum Bau eines Bahnhofs genommen werden, wollte man den Namen "MATTHIASBERG" begründen können. Da blieb nur dieses Tal. Der kurze dritte Bahnsteig wurde bei der Gelegenheit gleich mit angelegt, um das Sägewerk des Schwagers anzubinden. Noch Fragen?"

Heute hat der Bahnhof an seiner verkehrs-politischen Bedeutung zwar längst verloren, seinen baulichen und landschaftlichen Reiz dagegen nicht.

 

Zum einen nutzen Pendler aus der umliegenden ländlichen Region im zunehmenden Maße die Möglichkeit, von Wetter und Straßenstaus unabhängig nach Coburg oder Bamberg zu gelangen...

...zum anderen wählen immer mehr Touristen den über 100 Jahre alten Bahnhof als Ausgangspunkt für Wanderungen im schönen oberfränkischen Hügelland.

Das Empfangsgebäude ist seit 1987 nicht mehr besetzt, aber an den auf der Rückseite des Bahnhofs zur Verfügung stehenden Automaten können Sie rund um die Uhr Fahrscheine kaufen.

Unter Eisenbahnfans noch bekannter als der Bahnhof selbst ist allerdings das Eisenbahn-Viadukt südlich des Bahnhofs.

Ob vom Bahnsteig aus, von der Durchgangsstrecke unterhalb des Bahnhofs gesehen, oder während einer Wanderung südlich oder nördlich der Talstation betrachtet, ....

... das auf fünf mächtigen Pfeilern erbaute Viadukt beeindruckt auch heute noch.

So reisen Eisenbahn-Fans nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem benachbarten Ausland an, um bei Nostalgiefahrten das majestätische Viadukt in natura zu erleben.

Aber nicht nur im Tal, auch auf den Waldreichen Höhen haben Holzwirtschaft und Eisenbahnbau des ausgehenden 19. Jahrhunderts Spuren hinterlassen, die heute noch das Plateau oberhalb der Talstation prägen.

Wo an anderen vergleichbaren Standorten der Schienentransport längst den LKWs weichen mußte, wird in Matthiasberg Langholz immer noch per Bahn abtransportiert.

Die FSWB konnten mit dem seit fünf Generationen in Familienbesitz befindlichen Holzunternehmen einen Kooperationsvertrag schließen, der beiden Seite Vorteile bringt.

Fortsetzung hier....